Schnittmusterübertragung – Alles Wissenswerte von der Vorbereitung bis hin zum fertigen Schnittmuster

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Hallo meine Lieben <3

In diesem Beitrag erkläre ich euch, step by step, alles Wichtige, was ihr über die Schnittmusterübertragung wissen müsst. Von der Vorbereitung bis hin zum fertigen Schnittmuster.

Vor zwei Monaten habe ich bereits einen Beitrag, über die Erstellung eines Rock Grundschnitt Musters, geschrieben. Wenn ihr euch für dieses Thema interessiert, klickt hier.


Zum YouTube Video gelangt ihr hier.


Materialien:


Zum Maße nehmen:

-Maßband
-Kordel
-Maßtabelle
-Stift
-Zettel


Zur Schnittmustererstellung:

-Schnittmuster
-Markierstift (natürlich Wasserlöslich! Für helle Stoffe)
-Schneiderkreide (für Dunkle Stoffe)
-Stecknadeln (könnt ihr auch als Markierungen nutzen)
-Stoff
-Stoffschere
-Kopierpapier
-Schnittmusterpapier
-Papierschere
-Stift


1.Stoff waschen



Beachtet: Wenn ihr euch nicht sicher seid, fragt lieber noch mal beim Händler nach, denn nicht alle Stoffe dürfen in der Waschmaschine gewaschen werden!!!


-Was bringt mir das Waschen?-

a)Es ist wichtig, dass die Stoffe vor der Verarbeitung einmal gewaschen oder vorbehandelt werden. Nur um dem Einlaufen vorzubeugen.
Denn wenn das gute Stück erstmal passgenau angefertigt wurde, wäre es ein riesiges Dilemma, wenn es nach dem Waschen nicht mehr passen würde.

b)Vor allem könnt ihr nach dem Waschen noch mehr über die Qualität und Beschaffenheit eures Stoffes erfahren.
Läuft er ein?
Verfärbt er sich bzw. verblasst?
Knittert er?


2. Maße nehmen



Das Maßnehmen darf auf keinen Fall unterschätzt werden. Da die Größen in den Schnittmustertabellen oft enorm von den Standartkonfektionsgrößen abweichen, sollten diese vorher miteinander verglichen werden.
Mehr dazu könnt ihr hier lesen. (Wichtiger Beitrag)



3.Schnittteile abpausen



-Worauf muss ich beim abpausen achten?-

a)Verschiedene Modelle

Modelle: Minikleid/ Maxikleid aus der Burda Easy 2017

Oft haben Schnittmuster verschiedene Modelle.
Das bedeutet, dass die Größen -und einzelne Bereiche des Kleidungsstückes variabel sind.
Möchtet ihr lieber mit oder ohne Kragen, mit oder ohne Schlitz und so weiter.

Als ich mein erstes Schnittmuster abgepaust habe, habe ich mich so einige Male verzeichnet bei so vielen Bezeichnungen und Linien kann man schnell den Überblick verlieren.


b)Verschiedene Bezeichnungen


 


Es ist also wichtig, dass ihr alle Zahlen, Zeichen, Linien auf das Schnittmuster übertragt. Hat das Kleidungsschnitt einen Schlitz? An welcher Seite wird welcher Ärmel wo angebracht usw. Hier genau zu arbeiten erspart einem im Nachhinein viel Arbeit und Ärger.

Bei meinem ersten Nähversuch hat mich das Zeit gekostet, weil ich erst einmal fleißig meine „Vokabeln lernen“ musste. In meinem Nählexikon findet ihr viele hilfreiche Definitionen.
Ich mache es übrigens in der Regel so, dass ich das Schnittmuster erst einmal mit Kopierpapier auf ein Schnittmusterpapier abpause, damit ich später das Originale Schnittmuster mit den vielen verschieden Variationen noch nutzen kann. Wenn ich das Schnittmuster nicht mehr brauche, bewahre ich es auf, falls ich es zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal nutzen möchte.


4.Schnittteile auf den Stoff legen



Beachtet: Die Schnittmusterteile haben eine eingezeichnete Fadenlauflinie, die immer parallel zur Webkante ist. Diese muss unbedingt beachtet werden, wenn ihr das Muster auf den Stoff übertragt. Damit sich später beim Tragen nichts verdreht oder aufbeult.
Das gute an Schnittanleitungen ist,  es wird genau beschrieben, wie ihr den Schnitt auf den Stoff zu legen habt.



-Wie verfahre ich am Besten beim Auflegen des Schnittmusters auf den Stoff?-

a)Fadenlauf bestimmen



Zu aller erst schaut ihr, wo der Fadenlauf ist, damit ihr das Muster richtig auf dem Stoff auflegen könnt.

b)Falten des Stoffes


Da die Schnittteile oft doppelt gebraucht werden, wird der Stoff einmal gefaltet und auf eine Unterlage gelegt, wo ihr genug Arbeitsfläche habt. Zu Not kann auch mal der Fußboden her halten.

c)Schnittmusterplan


Beachtet: Habt ihr einen Stoff, der gemustert ist, müsst ihr die Teile einzeln zuschneiden und auflegen, damit sie auch beim Zusammennähen zueinander passen. Hier müsst ihr nicht nur darauf achten, dass die Muster nebeneinander passend liegen, auch müsst ihr schauen, dass sie übereinander passend liegen. Ich meine bei bestimmten Mustern, wie verschieden farbige- und verschieden große Linien. Auch bei Blumen- oder Tiermotiven wird das ein Problem. Nicht dass der eine Fuchs auf einmal auf dem Kopf stehtJ. Und ihr müsst mehr Stoffverbrauch einkalkulieren.

Auf dem Schnittmusterplan steht genau beschrieben, wie ihr die Musterteile auf den Stoff legen müsst. Hierbei müsst ihr wieder beachten, dass die eingezeichnete Fadenlauflinie wieder parallel zur Webkante liegt.


5.Schnittteile feststecken



Wenn ihr die Schnittteile richtig auf dem Stoff liegen habt, könnt ihr Sie mit Stecknadeln am Stoff befestigen. Ihr müsst ihn so feststecken, dass der Unterstoff mit befestigt ist.


6. Markierungen setzen



a)Zugaben einzeichnen

Es gibt Schnittmuster, da müsst ihr nach dem Feststecken noch Naht –und Saumzugaben einzeichnen.

 

b)Abnäher, Falten usw. einzeichnen

Die Linien auf dem Schnittmuster, wie zum Beispiel die Abnäher müssen in diesem Schritt dringend auf dem Stoff übertragen werden.
Da kommt ihr nicht drum rum, denn für das spätere Nähen erspart ihr euch den Ärger, wenn ihr die passenden Schnittmuster noch mal raus kramen müsst, um diese nachzutragen.


7.Zuschneiden



Ich hoffe, dass der Beitrag über die Schnittmustererstellung euch weiter helfen konnte. Wenn ihr Verständnisfragen, Anregungen oder Ähnliches habt, dann schreibt mir doch gerne. Hier findet ihr meine Kontaktdaten.

Eure Kerstin


 

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